Regenwasser auffangen und nutzen

Das Regenwasser aufzufangen und das Regenwasser zu nutzen sind wichtige Themen der umweltschonenden Wassernutzung. Hier geht es um das Sammeln und Nutzen von Niederschlagswasser. Der Einsatzbereich reicht von der Pflanzenbewässerung über die WC-Spülung und den Einsatz in der Industrie bis hin zur Aufbereitung als Trinkwasser.

Regenwasser ist dezentral, kostenlos und fast überall auf der Welt verfügbar. Im Haushalt kann es eingesetzt werden wo keine Trinkwasserqualität benötigt wird. Dieser und viele weitere Gründe sprechen für das Regenwasser auffangen und die Regenwassernutzung. Was sie für Vorteile bietet und in welchen Situationen Regenwasser nutzen besonders sinnvoll ist, erfahren Sie im Folgenden bei wisy.de.

Regnet es bei mir genug, um das Regenwasser zu nutzen?

Diese Frage stellen sich wohl sehr viele, wenn es darum geht, Regenwasser zu nutzen. Fakt ist jedoch: Es gibt keine dauerhaft bevölkerten Gebiete auf der Erde in denen es nicht regnet! Menge und Häufigkeit bestimmen zusammen mit dem regelmäßigen Wasserbedarf die erforderliche Größe der Zisterne oder des Regenspeicher. Wird der Wasserspeicher der Regenwassernutzungsanlage groß genug gewählt, leistet Regenwasser überall auf der Welt einen erheblichen Beitrag zur Wasserversorgung.

Warum sollte ich Regenwasser nutzen?

Es gibt viele Gründe, die dafür sprechen Regenwasser zu nutzen. Gerne möchten wir Ihnen im Folgenden einige davon vorstellen:

Leitungswasser sparen

Regenwasser fällt kostenlos vom Himmel. Wenn Sie Regenwasser auffangen, wird wertvolles Leitungswasser gespart. Auf diese Weise schonen Sie nicht nur natürliche Ressourcen, sondern sparen ebenfalls Kosten.

Durch das Regenwasser-Nutzen für die Toilette, Waschmaschine, zur Reinigung und für die Gartenbewässerung lassen sich in privaten Haushalten etwa 50% des Leitungswassers einsparen. Im öffentlichen Bereich ist das Potential von Regenwassernutzungsanlagen noch höher.

Prozentuale Aufteilung nach Verwendungsarten von Wasser im Haushalt

Wenn Sie Regenwasser nutzen entfällt darüber hinaus der technische und chemische Aufwand zur Beseitigung von Düngemitteln, Pestiziden und pharmazeutischen Rückständen (Hormone, Antibiotika, Kontrastmittel) im Leitungswasser.

Energie sparen mit Regenwasser

Das Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz hat in vielen Ländern den Anspruch ohne weitere Aufbereitung als Trinkwasser für Menschen zu dienen.

Um für den Menschen in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung zu stehen, wird es mit großem Aufwand aufbereitet, transportiert und gelagert. Neben den Kosten ist dafür auch viel Energie und ausreichend Rohwasser nötig.

Energiebedarf für die Bereitstellung in kWh/m³
Energiebedarf für die Bereitstellung in kWh/m³

Aufbereitung und Transport von Trinkwasser aus der Leitung sind aufwändig. Pro Kubikmeter werden etwa 0,6 kWh elektrische Energie benötigt (Towards efficient use of water resources in Europe, European Environment Agency, 2012).
Die Bereitstellung von Regenwasser aus der Zisterne als Regenwassernutzungsanlage benötigt für die gleiche Menge lediglich 0,15 kWh bis zu den Verbrauchsstellen (WISY AspriPlus 15/3, Leistungsaufnahme: 600 Watt, Fördermenge: 65 l/min).

Regenwasser nutzen und den CO₂-Ausstoss senken

Öffentliche Wasserversorger stellen in Deutschland jährlich etwa 4,6 Milliarden Kubikmeter Leitungswasser in Trinkwasserqualität für Haushalte und Kleingewerbe bereit (Statistisches Bundesamt, 2012).

Durch die konsequente Nutzung von vor Ort verfügbarem Regenwasser und die damit verbundene Energieeinsparung ließe sich der deutsche CO₂-Ausstoß allein in diesem Sektor jedes Jahr um etwa eine halbe Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO₂) reduzieren. Oder kurz gesagt: Wenn Sie Regenwasser nutzen ist dies deutlich klimaneutraler als die aufwendige Aufbereitung von Leitungswasser.

(Deutscher Strommix 2010: 546g CO₂ je kWh. Entwicklung der spezifischen Kohlendioxid-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990 bis 2012, S. 1, Umweltbundesamt)

Bares Geld: Regenwasser auffangen
und Niederschlaggebühren sparen

Wird Regenwasser gesammelt und vor Ort genutzt, können sich Grundstücksbesitzer von der Niederschlagsgebühr befreien lassen.

Hinweisschild "In diesem Gebäude ist eine Regenwasseranlage installiert"

Die Niederschlagsgebühr wird fällig für die Beseitigung von Oberflächenwasser, das über Dachrinnen und versiegelte Grundstücksflächen aufgefangen und in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird. Sie gibt die Kosten der Klärwerke an die Grundstücksbesitzer weiter und bemisst sich an der Größe der versiegelten Fläche. Fragen sie hierzu ihren lokalen Wasserversorger.

Wenn Sie das Regenwasser nutzen, um es neben der Gartenbewässerung auch im Haushalt zu verwenden, kann der Einsatz eines zusätzlichen Wasserzählers für das Regenwasser verlangt werden. Begründet wird dies damit, dass dann die Schmutzwassermenge nicht mehr mit der Menge des bezogenen Leitungswassers übereinstimmt.

Wofür kann ich Regenwasser nutzen?

PFLANZEN BEWÄSSERN

Für schöne Pflanzen ist eine zuverlässige Wasserversorgung essenziell. Moderne Bewässerungssysteme für Regenwassernutzungsanlagen kombinieren sparsamen Verbrauch und optimalen Nährstofftransport mit einer nachhaltigen Wasserzufuhr.

Das lokale Regenwasser zu nutzen ist für die Bewässerung und das Wachstum von Zier- und Nutzpflanzen, Blumen und Rasenflächen die beste Wahl. Es enthält weder chemische noch hormonelle Rückstände, beides findet sich zunehmend im Grundwasser. Wenn Sie Regenwasser auffangen und sauber lagern steht es auch in Zeiten ohne Niederschlag zum Bewässern zur Verfügung.

Egal ob für die Tröpfchenbewässerung, Rasensprenger oder Bewässerung mit dem Gartenschlauch: Eine Entkalkungsanlage für Regenwasser ist unnötig. Da das Regenwasser von Natur aus weich ist, bildet es keine Kalkablagerungen in Schläuchen, Ventilen oder Düsen, wenn Sie Ihr Regenwasser nutzen. Gerade in der Bewässerungsbrause oder im Sprinkler bilden sich sonst oft die ungewünschten Verkrustungen, die nur aufwändig zu entfernen sind. Regenwasser ist die erste Wahl für den privaten Garten, wie auch für den professionellen Erwerbsgartenbau!

WÄSCHE WASCHEN

Ebenfalls hervorragend lässt sich Regenwasser nutzen, um damit die Wäsche waschen. Regenwasser ist frei von Kalzium und Magnesium: Ohne Weichspüler oder Enthärter bleibt die Wäsche kuschelig und ist leicht zu bügeln. Kalkablagerungen auf den Textilfasern würden die Wäsche rau machen, aber mit Regenwasser bleibt sie angenehm weich. Auch die Waschmaschine wird geschont, wenn Sie Regenwasser nutzen: Ablagerungen von Mineralien auf dem Heizstab, die zu erhöhtem Energieverbrauch oder sogar zum Defekt des Geräts führen können, sind bei der Verwendung von Regenwasser ausgeschlossen.

Waschmaschine
Wäsche waschen mit Regenwasser spart Waschmittel

Um dem zu begegnen, empfehlen die Waschmittelhersteller bei hartem Wasser regelmäßig zu einer höheren Dosierung des Waschmittels. Verglichen mit weichem Wasser kann diese Dosierungsempfehlung durchaus doppelt so hoch sein. Beim Waschen mit weichem Regenwasser darf der kleinere Wert dosiert werden. Das spart die Hälfte des Waschmittels und hilft erneut Gewässer und Geldbeutel zu schonen.

Verschiedene Waschmittel vor Waschmaschine

Wäschewaschen mit Regenwasser im Haushalt ist aus hygienischer (Priv. Doz. Dr. Holländer, 1996/2002) unbedenklich und aus rechtlicher Sicht zulässig (Bundesverwaltungsgericht, 31.3.2010). Dies bestätigen unabhängige Untersuchungen und Gerichtsurteile. Die Konzentration von Mikroorganismen auf der gewaschenen Wäsche ist deutlich abhängiger vom Verkeimungsgrad der Wäsche selbst, als von der Art des verwendeten Wassers. Voraussetzung ist die Fachgerechte Planung der Regenwassernutzungsanalage gemäß DIN 1989.

Zu Allergien neigende Menschen bevorzugen oft sogar Regenwasser, da dem Leitungswasser zur Desinfektion Chlor zugesetzt sein darf.

TOILETTE SPÜLEN

Wer würde schon mit 'Selters' die Toilette zu spülen? Ebenso wie das Mineralwasser ist Leitungswasser in Deutschland ein Lebensmittel von geschützter Qualität. Viel zu schade, um es einfach weg zu spülen.

Sauberer als mit Leitungswasser!
Urinstein und Kalkablagerungen können nur in Verbindung mit Kalzium und Magnesium entstehen. Beides ist im Regenwasser nicht enthalten. Kalk und Urinstein werden also verhindert, wenn der Toilettenspülkasten automatisch mit Regenwasser befüllt wird. Deshalb sind übrigens im öffentlichen Bereich so oft gänzlich wasserlose Urinale zu sehen.

Badezimmer mit Toilette
Im Haushalt entfallen allein 30% des Wasserbedarfs auf die Toilettenspülung

INTAKTE DICHTUNGEN

Auch die Dichtung der WC-Spülung bleibt ohne Kalk-Ablagerungen besser intakt, was sonst schnell zu einem Rinnsal in der Toilettenschüssel führt: Noch mehr Wasser durch weiches Regenwasser gespart.

SAUBER MACHEN

Sie können Regenwasser ebenfalls hervorragend zum Reinigen nutzen: Eine separate Zapfstelle mit entsprechender Kennzeichnung zum Befüllen des Putzeimers ermöglicht die Verwendung von Regenwasser zum Wischen und Reinigen. Putzmittel wird gespart und nach dem Trocknen sind alle Flächen „streifenfrei“. Aus dem gleichen Grund sind nach einem Regenschauer auch keine Kalktropfen auf den Fensterscheiben zu sehen.

Putzeimer mit Reinigungsmittel und Putzlappen
Streifenfreies Reinigen und Putzen mit Regenwasser

GUTES WASSER FÜR GESUNDE TIERE

Tiere brauchen gutes Wasser. Regenwasser zu nutzen ist bei der Arbeit mit Tieren weitverbreitet: Es wird für Viehtränken, Tierpflege und für die Reinigung von Stallanlagen und Maschinen benötigt. Im Sportbereich kommt es auch für die Beregnung von Hallenböden zum Einsatz, um Ross und Reiter optimale Bedingungen zu bieten.

Regenwasser ist für die Aufzucht von Tieren eine intelligente Alternative zu anderen Wasserressourcen. Über die angeschlossenen Dachflächen steht es in großer Menge zur Verfügung.

Wie sammle ich Regenwasser richtig?

Das Prinzip der 4-stufigen Reinigung für Regenwassernutzungsanlagen macht Regenwasser lagerfähig. Damit vergrößert sich die Unabhängigkeit vom Wasserversorger und auch in trockenen Zeiten ist klares Wasser verfügbar:

Stufe 1: Filtern

Im Vorfilter der Regenwassernutzungsanlage, wie dem Wirbel-Feinfilter, werden alle Partikel größer als 0,28 mm abgeschieden. Das gefilterte Regenwasser wird mit Sauerstoff angereichert, so dass ungewünschte, anaerobe Bakterien keine Chance haben. 90% des Wassers werden sauber in der Zisterne gespeichert, während sich das vertikale Edelstahlgewebe mit dem Restwasser stets selbst reinigt.

Stufe 2: Beruhigter Zulauf

Die Einlaufberuhigung der Regenwassernutzungsanlage verteilt das frische Wasser vorsichtig in der Zisterne ohne Sedimente aufzuwirbeln. Eingelagertes Wasser bleibt klar. So können Sie unmittelbar das Regenwasser nutzen.

Stufe 3: Regelmäßiges Überlaufen

Regelmäßig spült sich die oberste Wasserschicht in den Überlauf des Multisiphons der Regenwassernutzungsanlage. So kann keine Sperrschicht auf der Wasseroberfläche entstehen und der Sauerstoffaustausch zwischen Luft und Wasser bleibt optimal. Die Rückstausicherung, der Kleintierschutz und der Geruchsverschluss schützen den Überlauf der Zisterne zusätzlich.

Stufe 4: Regenwasser entnehmen

Die Entnahme des klaren Regenwassers findet im saubersten Bereich der Zisterne statt, etwa 20 cm unter der Wasseroberfläche. Dabei wird es über den schwimmenden Ansaugfilter angesogen. Eine Pumpe befördert es direkt oder über einen Zwischenbehälter zu den Verbrauchern, sodass Sie das gespeicherte Regenwasser nutzen können.

Die Regenwassernutzungsanlage im Einzelnen

Das vom Dach abfließende Niederschlagswasser wird über einen Regenwasserfilter in den Regenwasserspeicher geleitet. Bereits vor dem Zulauf in den Regenspeicher werden Schmutzstoffe wie Laub und Moos zuverlässig abgeschieden. Der Regenwasserfilter bildet die erste Reinigungsstufe der Regenwassernutzungsanlage.

Regenwasserfilter

Filter im Regenfallrohr
Fallrohrfilter und Regensammler werden direkt in das Regenfallrohr eingebaut und scheiden dort das Regenwasser von der Schmutzfracht ab. Sinnvoll sind Modelle, die das Wasser vom Schmutz trennen, ohne dabei die Fallrichtung des Laubs zu verändern oder den Rohrquerschnitt zu verengen.

Filter im Erdreich oder frei aufgestellt im Gebäude
Alternativ kann das Regenwasser nach dem Auffangen im horizontalen Rohrsystem vor der Zisterne gefiltert werden. Entweder im Gebäude oder mit einem separaten Zugangsschacht unter der Erde.

Zisternenfilter
Soll kein separater Zugang zum Filter geschaffen werden oder ist der Höhenunterschied zwischen Zu- und Ablauf zu gering, kommen Zisternenfilter beim Regenwasser-Auffangen in Frage. Sie werden im Domschacht des unterirdischen Regenspeichers installiert.

NEIGUNG UND ART DES FILTERGEWEBES SPIELEN EINE WICHTIGE ROLLE

Egal, ob Fallrohrfilter, Erd- oder Zisternenfilter, eine wichtige Rolle spielt dabei immer die Anordnung des Filtergewebes. Hierdurch ergibt sich, ob tatsächlich das gefilterte Regenwasser oder hauptsächlich der Schmutz angesammelt wird.

Filter mit vertikalem Filtergewebe
Senkrecht oder vertikal stehende Filtergewebe sind die beste Möglichkeit Schmutz zuverlässig dauerhaft aus dem Regenwasser zu entfernen. WISYs einzigartiges Filterprinzip ermöglicht es, Regenwasser zur Seite durch ein Filtergewebe zu lenken, während Laub und Moos daran vorbei fallen.

Nur Filter mit vertikalem Filtergewebe sind in der Lage Feststoffe aus dem Regenwasser zu entfernen, ohne dabei mittelfristig selbst zum Hindernis zu werden. Mit äußerst geringem Wartungsaufwand halten Sie hiermit den Filter dauerhaft funktionsfähig.

Filter mit schrägem oder flachem (horizontalem) Filtergewebe
Regenwasserfilter mit schräg oder horizontal (also flach) angeordnetem Filtergewebe besitzen grundsätzlich das Problem, dass Laub und Moos darauf liegen bleiben, sobald das Wasser nach unten durch das Gewebe abfließt. Das bedeutet, sie verschmutzen nach kürzester Zeit.

Hersteller solcher Regenwasserfilter versuchen dem mit besonderem Strömungsverhalten oder zusätzlichen Sprüheinrichtungen zu begegnen. Es ist so jedoch technisch nur begrenzt möglich, den angetrockneten Schmutz dann wieder zu entfernen.

Filterkörbe
Filterkörbe oder Korbfilter in Regenwassernutzungsanlagen sammeln den Schmutz und können nur manuell entleert werden. Erfolgt keine regelmäßige Entleerung kann der Zulauf blockieren und das Wasser in die Fallrohre zurück stauen oder an der Oberfläche austreten.

Verbleibt die Schmutzfracht über längere Zeit im Filterkorb, beginnt dort die biologische Zersetzung. Nachfolgende Regenereignisse spülen die daraus resultierenden Zersetzungsstoffe und Organismen regelmäßig in das Zisternenwasser, wodurch die Wasserqualität leidet.

Filterkörbe sind kostengünstig, aber sehr wartungsaufwändig. Das damit gesammelte Regenwasser ist qualitativ nicht mit dem selbstreinigender Regenwasserfilter vergleichbar.

Der Regenspeicher

Der Regenwassertank oder Regenspeicher bildet das Kernstück einer Anlage zur Regenwassernutzung. Je nach gewünschter Größe und Einbausituation kann zwischen einer einfachen Regentonne oder einer unterirdischen Zisterne aus Beton oder Kunststoff gewählt werden. Insbesondere bei Großanlagen sind auch Ausführungen als baulicher Bestandteil des Gebäudes zum Regenwasser Sammeln möglich.

Regentonne
Die Regentonne ist leicht aufzustellen und anzuschließen. Sie wird leicht erhöht platziert, damit sie mit der Gießkanne über einen Zapfhahn das Regenwasser entnehmen können. Zur Sicherheit und zur Vermeidung von Mückenbrut sollte die Regentonne oder das Regenfass mit einem Deckel fest verschlossen sein. So lässt sich mit der Gießkanne unkompliziert Regenwasser nutzen, um Topfpflanzen oder den Garten zu bewässern. Eine Regenwasserpumpe ist nicht notwendig, aber das Nutzvolumen begrenzt.

ZISTERNEN AUS BETON ODER KUNSTSTOFF
Optimal lagert das kostbare Wasser in einer Zisterne unter der Erdoberfläche. Dort ist es im Herzstück der Regenwassernutzungsanlage vor Licht und Frost geschützt und auch große Speichervolumen lassen sich realisieren. Abhängig von Tankmodell, Deckel, Tiefe und Art des Bodens ist die Befahrbarkeit mit Fahrzeugen möglich.

Zisternen aus Beton sind stabil, bringen aber durch das hohe Gewicht einen größeren Aufwand für Transport und Installation mit sich. Deshalb werden Betontanks häufig regional hergestellt. Sie bestehen aus einem relativ naturnahen Rohstoff. Der alkalische Beton reagiert mit dem leicht sauren Regenwasser und kann so die Säure neutralisieren. Hierdurch wird die korrodierende Wirkung des Regenwassers etwas abgefangen.

Zisternen aus Kunststoff haben den Vorteil, dass sich an den glatten Innenwänden nur schwer Schmutzablagerungen festsetzen können, wenn Sie Regenwasser nutzen. Für Transport und versetzen von Kunststofftanks wird kein schweres Gerät benötigt, in der Regel reicht ein Baukran aus. Die Anlieferung kann im PKW-Anhänger erfolgen.

Einlaufberuhigung

Durch die beruhigte Zuführung des Regenwassers in den Speicher können feine Schmutzpartikel am Boden sedimentieren, ohne beim nächsten Regenschauer aufgewirbelt zu werden. Mit dem frischen Wasser wird auch Sauerstoff in den Tank transportiert. Die Zuführung in Bodennähe verteilt Wasser und Sauerstoff gleichmäßig im gesamten Tank und verbessert damit die Wasserqualität deutlich.

Die Einlaufberuhigung ist der zweite Teil des 4-Stufigen Reinigungssystems für Regenwasser und ermöglicht es klares und frisches Regenwasser zu nutzen, auch wenn seit dem letzten Regen schön längere Zeit verstrichen ist.

Überlauf

Blütenpollen oder andere Schmutzpartikel, die leichter als Wasser sind, schwimmen auf der Wasseroberfläche. Dabei können sie eine Trennschicht zwischen Wasser und Luft aufbauen, die den für die Wasserqualität wichtigen Sauerstoffaustausch zwischen den Medien blockiert. Um das zu verhindern, sollte ein Überlauf mit Skim-Effekt wie der Multisiphon eingesetzt werden. Er sorgt regelmäßig dafür, dass diese Trennschicht fortgespült und Sauerstoff aus der Luft im Wasser aufgenommen werden kann. Der Überlauf bildet die dritte Reinigungsstufe der Regenwasseranlage.

Der Überlauf der Regenwassernutzungsanlage wird üblicherweise als Geruchsverschluss mit Siphon ausgeführt. So werden auch Insekten wie Mücken und Moskitos aus der Zisterne ferngehalten. Ein optionaler Kleintierschutz verhindert wirksam das Eindringen von Nagetieren und ein integrierter Rückstauverschluss kann bei überlastetem Kanalsystem vor rückstauendem Wasser schützen.

Der Überlauf der Zisterne wird an den Kanal oder eine Versickerungsanlage angeschlossen.

Schwimmende Wasserentnahme

Die Entnahme des gesammelten Regenwassers aus dem Regenspeicher erfolgt über eine schwimmende Entnahme, etwa 10-20 cm unter der Wasseroberfläche. Hier befindet sich die beste Wasserqualität in der Zisterne. Dort ist das Wasser frei von leichten, fetthaltigen Partikeln wie Blütenpollen die an der Oberfläche schwimmen und frei von schwereren Sedimenten, die sich am Boden absetzen.

Die schwimmende Entnahme besteht aus einer Schwimmkugel mit Ansaugfilter. Der Ansaugfilter kann aus feinem oder grobem Edelstahl-Gewebe bestehen. Er stellt einen zusätzlichen Schutz für die Pumpe dar und wird als vierte Reinigungsstufe der Regenwassernutzungsanlage bezeichnet. Bei der Nutzung einer Saugpumpe sollte ein Ansaugfilter mit integriertem Rückschlagventil gewählt werden, damit die Wassersäule im Ansaugschlauch nicht bei jedem Pumpenstart erneut aufgebaut werden muss.

Regenwasserwerk

Das Regenwasserwerk, auch als Hauswasserwerk oder Regenwasserzentrale bezeichnet, bildet den Kopf der Anlage zum Regenwasser auffangen und nutzen. Es sorgt dafür, dass die Regenwasseranlage funktioniert wie sie es soll und überall zu jeder Zeit ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Es schaltet die Pumpen und sorgt bei Bedarf für die normkonforme Nachspeisung von Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz.

Regenwasserpumpen
In Frage kommen selbst ansaugende Pumpen, die sich direkt im Regenwasserwerk befinden oder Unterwasser-Druckpumpen die sich in der Zisterne der Regenwassernutzungsanlage befinden. Möglich ist auch eine Kombination von Beiden. Größere Anlagen im gewerblichen oder öffentlichen Bereich werden zur Steigerung von Effizienz und Ausfallsicherheit oft mit Doppelpumpen-Anlagen betrieben.

Abhängig von Entfernung und Höhenunterschied zwischen der Zisterne und den Verbrauchsstellen, den Rohrquerschnitten und dem gewünschten Druck an den Zapfstellen berechnet sich der benötigte Pumpendruck. Das maximal benötigte Fördervolumen ergibt sich aus den Bedarfsspitzen.

Schaltautomat, Schwimmerschalter und Magnetventile
Der Schaltautomat im Regenwasserwerk, der auch Druckschalter genannt wird, schaltet die Pumpe(n) bedarfsgerecht ein und aus. Hierfür überwacht er Druck und Durchfluss in den Rohrleitungen zu den Verbrauchern. Schwimmerschalter oder Füllstandsmessgeräte der Regenwassernutzungsanlage liefern benötigte Informationen und Magnetventile öffnen oder schließen die entsprechenden Leitungen.

Der Schaltautomat ist Tag und Nacht, das ganze Jahr über im Einsatz, um einen möglichen Wasserbedarf festzustellen und die Pumpen sofort anzusteuern. Auch wenn gerade kein Wasser entnommen wird. Es sollte also unbedingt auf ein Gerät mit möglichst geringem Energieverbrauch im Bereitschaftsbetrieb (Stand-By) geachtet werden.

Ergänzung von Leitungswasser über einen freien Wasserauslauf
Sollte in länger anhaltenden Trockenperioden nicht mehr ausreichend Regenwasser zur Verfügung stehen, übernimmt das Regenwasserwerk die Nachspeisung mit Wasser aus dem öffentlichen Leitungsnetz. Dabei müssen jedoch - zumindest im Rechtsraum der Europäischen Union - die Regenwasserleitungen von den öffentlichen Leitungen getrennt bleiben. Dies geschieht über einen freien Auslauf des Wassers in einen Zwischenbehälter oder direkt in die Zisterne.

Jetzt zu Regenwassernutzungsanlagen beraten lassen

Wie Sie sehen bieten Regenwassernutzungsanlagen sehr viele Vorteile gegenüber der Nutzung von Leitungswasser. Sie erstrecken sich von praktischen Vorteilen bei der Nutzung zum Bewässern von Pflanzen, über Kostenvorteile bis hin zur Reduzierung Ihres öklologischen Fußabdrucks durch geringeren Energie- und Wasserverbrauch. Regenwasser aufzufangen und mithilfe von Regenwassernutzungsanlagen zu verwenden ist sowohl für den privaten Haushalt als auch für Gewerbe und öffentliche Einrichtungen sinnvoll. Jede Regenwassernutzungsanlage kann an Ihre Bedürfnisse und individuellen Nutzungsvorstellungen angepasst werden.

Wenn Sie sich für die Anschaffung und Installation einer Regenwassernutzungsanlage interessieren, beraten wir Sie hierzu gerne. Kontaktieren Sie uns und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen Ihre individuelle Regenwassernutzungsanlage, mit der Sie Regenwasser auffangen und Regenwasser nutzen können. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

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